Donnerstag, 20. Dezember 2012

Tag 4

Schlecht geschlafen?

Diese Nacht habe ich nicht besonders gut geschlafen. Dafür gab es mehrere Gründe: 1. Bis tief in die Nacht hinein redende Familienmitgliederinnen, 2. Spätnachts ankommende Gäste, 3. Schwüles Raumklima und 4. Kein Kopfkissen. Entsprechend war ich am Morgen gerädert.
Ich stand etwas später als die anderen auf und begab mich an den Frühstückstisch. Die neuen Gäste, ein Paar mit 3 Kleinkindern und ein älterer Herr namens Hans, erholten sich noch von ihrer Reise.
Zum Frühstück gab es wieder Pancakes mit Kokosraspel, wie am ersten Tag. Ich entfernte daraus sorgfätltig den Kardamom, ein Gewürz, das sehr stark ist - mir persönlich zu stark -, in Indien aber eine grosse Rolle in allen Gerichten spielt.

Geplante Ausflüge

Nach dem Frühstück sprachen wir über geplante Ausflüge. Beim genaueren Betrachten der Indien-Karte realisierte ich, wie gigantisch Indien eigentlich ist. Es gab verschieden Vorschläge seitens Beat, die wir interessiert zur Kenntnis nahmen. Wir entschieden uns, eine Bootstour in den Backwaters, und einen 2-tägigen Ausflug in ein gebirgigeres Gebiet zu machen, wo Tee angebaut wird. Ausserdem werden wir morgen einen Auflug nach Fort Cochin machen, eine Viertel auf der Cochin-Insel. (Google Maps).
Dort gibt es verschiedenes zu sehen. Dazu morgen mehr.

Unter Palmen

Nach dem vielen Planen und Besprechen fuhren die weiblichen Familienmitglieder mit dem Velo nach Cherai - das nächstgelegene Dorf - um dort einen Termin für eine Ayurveda-Massage abzumachen. Doch sie fanden das Haus nicht und kamen stattdessen an ein Tourismusbüro, wo sie eine anscheinend sehr witzige Inderin trafen. Sie hiess Salbi und ihr Lieblingssatz war: "We can arrange that for you!" Anscheindend wollte sie uns jegliche Tourismusprogramme aufschwatzen.

Auf dem Markt.
Währenddessen baute ich mit Yoshi zusammen eine Hängematte auf. Die zwischen den Palmen baumelte. Ich testete sie und konnte so etwas Schlaf nachholen. Ich wurde in meiner Ruhe von einem Inder gestört, der in den Bäumen herumhangelte und Auffangefässe installierte. Darin wird laut Yoshi eine Flüssigkeit gesammelt aus der dann eine Art Bier gewonnen wird.

Die Hängematte.

Riesenwellen!

Bald darauf kamen die Frauen wieder zurück und wir gingen an den Strand.
Wie wir am Abend erfuhren, hatte der Wind gedreht und blies nun in  Richtung Land. Deshalb waren wohl auch die Wellen grösser. Wir genossen das herumtollen, bis wir alle genug Schürfwunden und Sonnenbrand - trotz Crème - gesammelt hatten. 

Einige Strandbilder


Laura in den Wellen.

Ich in den Wellen.
 
Fiona in den Wellen.
 
Ein Muschelfund...

Dann gingen wir zurück um den üblichen Gemüsesalat zu essen. Diesmal war er mit Kokosnussessig und Traubenkernöl zubereitet worden. Ich merkte allerdings keinen geschmacklichen Unterschied, er war immer noch gleich gut! Zum Salat gab es noch kühle Wassermelonen und Datteln.
Nun waren auch die neuen Gäste aufgestanden und wir machten uns gegenseitig bekannt.

Nachmittägliches Lümmeln

Nach dem Essen ging ich in Haus zurück, wo ich mich hinfläzte und mit Laura einen Film kuckte, "Der gestiefelte Kater". Der Film war witzig, hatte aber nicht besonders viel mit dem originalen Märchen zu tun. Währenddessen kam Beat und fragte ob jemand zum Einkaufen mitfahren wollte. Laura und ich blieben da, während Fiona und unsere Mutter mit ihm mitfuhren.
Sie gingen zum Ayurveda-Haus und besichtigten es, danach trafen sie noch Suba, eine ältere Inderin, Freundin und Nachbarin von Beat. Sie vereinbarten einen Termin für ein gemeinsames Essen.
Etwa in der Mitte des Filmes kamen sie zurück und gingen nochmals an den Strand, ich hatte keine Lust darauf und blieb im Haus um den Film fertig zu kucken.
Als er fertig war duschte ich noch, und bald darauf gab es schon Abendessen.

Abend(über)essen

Yoshi hatte vorzüglich gekocht. Es gab ein Gericht das aus Gemüse in einem Reismehlteigröllchen bestand. Dazu gab es einen Gemüseeintopf der etwas scharf war und als Beilag ein Chutney mit Kokosnuss, das fast wie Joghurt schmeckte. Zum Nachtisch gab es frittierte Kochabananen im Teigmantel. Es war sehr lecker und ich konnte nicht anders als mich zu Überessen.

Weitere tierische Begegnungen

Wir brachten noch rasch den Kompost zum Strand und hatten einige Begenungen mit der Tierwelt Indiens. Am Strand tollten die üblichen Krebse herum, an unserem Häusschen krabbelten Geckos und am Haus von Gabi und Beat zeigte sich ein daumengrosser Käfer.

Ein etwa Handgrosser Krebs.
Eine Heuschrecke.



Wer sieht das Gecko?
Es stellte sich noch kurz Hans vor, der ältere Herr aus Deutschland. Hans ist ein ehemaliger Sportlehrer und hat nun anscheinend eine neue Therapie entwickelt. Eine Mischung aus Qi-Gong und Spiraldynamik. Tönt auf jeden Fall sehr therapierend. Morgen werden wir um 8.00 an den Strand gehen um diese Therapie auszuprobieren.
Als wir schon alle im Bett und bereit zum Einschlafen waren, bemerkten wir die Spinne, die vorgestern hinter meinem Schrank lümmelte im Hauptzimmer an der Decke. Anscheinend hatte das Spinnenvieh sich unbemerkt aus meinem Raum geschlichen. Deswegen gab es einiges Drama bei meinen Schwestern. Ich habe nun Ruhe von der Spinne und Morgen wird sie dann von Beat entsorgt. Hier kommen einige Bilder...
Warnung: Arachnophobiker nicht weiterscrollen!
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Mitternächtlicher Besuch.

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